Vorstellung IBM PS/2 Model 55 SX Desktop (386SX-16)

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    • Vorstellung IBM PS/2 Model 55 SX Desktop (386SX-16)

      Hallo zusammen,

      ich möchte Euch gerne einen meiner Lieblings-PCs vorstellen, keinen "normalen" kompatiblen PC sondern ein echtes Original von I B M

      Die Unterlagen genau zu diesem Modell hatte ich seit Jahren zu liegen, jedoch die Hoffnung jemals die passende Maschine dazu zu finden schon lange aufgegeben.
      Doch wie es Zufälle einmal so wollen, hatte sich vor einiger Zeit die Möglichkeit ergeben und ich hab sofort zugegriffen, und das zu einem wahren Freundschaftspreis.

      Es handelt sich um einen IBM PS/2 Model 55 SX. Er befindet sich in einem absoluten Originalzustand und ist in sehr schöner Erhaltung, allerdings mit unbekanntem Funktionszustand.
      Äußerlich ist alles komplett, sogar alle Typenschilder und IBM Aufkleber sind vorhanden, genau so liebe ich das.

      Hier erstmal ein paar Schnappschüsse von der Maschine:





      inkl. Model M Keyboard mit der berühmten Buckling Springs Mechanik.



      Die Unterlagen und die DOS 3.30 Disketten hatte ich wie gesagt schon lange in der Sammlung, nun kommen Sie endlich zum Einsatz (...falls der PC funktioniert).





      Eine sehr interessante Power-Schalter Mechanik mit einem Gestänge.




      Die Heckansichten mit den PS/2 Anschlüssen.




      Das IBM Model 55 SX stammt aus dem Jahre 1991 und ist mit einem Intel 386 SX-16 ausgestattet, mittlerweile sind 4 MB Arbeitsspeicher in Form von zwei PS/2-Modulen installiert (Original waren 2 MB verbaut).
      Ein Co-Prozessor Sockel ist zwar vorhanden, aber momentan ist dieser noch leer. Mal schauen, ob ich da in naher Zukunft einen passenden finde.

      Als HDD ist eine IBM WD380S mit 80MB Kapazität in doppelter Bauhöhe verbaut. Die HDD hat einen ESDI-Anschluss hat ( Enhanced Small Device Interface ),
      welcher mir bis dato völlig unbekannt war und soweit ich gelesen habe, 1983 von Maxtor erfunden wurde. Die 1,44 MB Floppy ist auch speziell und hat ein 34 PIN Flachbandkabel ohne extra Stromanschluss.





      Aus heutiger Sicht ist fast alles an dem IBM exotisch. Bis auf den namensgebenen Tastaturanschluss und den RAM-Steckplätzen hat sich nichts als Standard durchgesetzt, genauso wenig wie das Bus-System in Micro Channel Architektur (MCA).
      Aber genau das macht heute den Reiz aus, nicht immer ein Schema-F System, sondern auch mal etwas anderes.

      Allerdings währte die Vorfreude nicht lange, denn der IBM startete leider nicht durch, sondern blieb mit Fehlercodes hängen. ?(





      Die Fehlercodes bedeuten, dass die Speicherbatterie leer ist. Da haben wir wieder das leidige Thema... "DALLAS". Aber lieber habe ich ein leeres Dallas Modul als eine ausgelaufene blaue VARTA-Tonne.
      Verbaut ist hier der DALLAS DS1287, welcher zu meinen großen Glück gesockelt ist (Danke IBM) und sich somit sehr leicht abnehmen lässt.



      Somit konnte ich relativ einfach einen Dallas-Mod durchführen.

      Eine Methode ist es, den Dallas-Chip aufzufräsen um an die internen Kontakte der BIOS-Batterie zu kommen und dort Kontakte zum externen Knopfzellenhalter anzulöten.
      Den Knopfzellenhalter habe ich direkt auf den Dallas geklebt. Somit benötigte ich nur ein kurzes Stück Kabel für den Pluspol, den Minus-Pin habe ich direkt vom Knopfzellenhalter mit etwas Lötzinn verlängert.
      Vorher habe ich den Minuspol von der leeren Originalbatterie durchtrennt (0,3V lagen noch an). Aber seht das Ergebnis selbst...







      Yeah, der Dallas Chip funktioniert wieder. Die BIOS Daten konnten mittels Referenzdiskette neu geschrieben werden. Der IBM bootet sauber von Diskette.

      Ein Bluescreen, der sehr gern gesehen ist.






      Ein weiterer großer Stein ist mir vom Herzen gefallen, dass die exotische ESDI Festplatte den Oberflächentest einwandfrei bestanden
      hat... absolut keine Fehler... ein Traum.

      Mittlerweile sind wie gesagt 4 MB RAM verbaut, womit auch Windows 3.1 von der HDD gut durchstartet.





      Zum meinem vollkommenen Glück fehlt jetzt noch eine Soundkarte, aber für den MCA-Bus eine zu bekommen, grenzt fast schon an ein Wunder, aber die Hoffnung gebe ich natürlich nicht auf.
      Ein passender Original IBM CRT-Monitore Modell: 8512, 8514, oder 8514 wäre auch noch so ein Traum..., achja und eine Netzwerkkarte mit RJ45.

      Den ursprünglich verbauten IBM Token-Ring 16/4 Adapter habe ich erstmal ausgebaut, da ich keine Verwendung für ihn habe.



      So das soll es gewesen sein, ich hoffe, die Vorstellung hat Euch ein wenig gefallen und der Bilder Overkill geht in Ordnung

      Grüße
      eltrash
      Apogee means Action!®

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von eltrash ()

    • Joa, interessantes Gerät.
      Wäre aber gar nichts für mich, da ich nicht wüsste was ich damit anfangen soll ^^
      Vor diesen ganze Sonderanschlüssen hätte ich auch Angst. Wenn man da mal was ersetzten muss...
      Kommt der Name PS/2 wirklich von den Anschlüßen für Tastatur und Maus?
      Das will mir gerade nicht einleuchten weil:
      Für die Zeit war ja noch allegemein COM und DIN Anschluß aktuell. Gut, dieser Rechner hat schon PS/2 und sogar das Modell danach benannt, aber was ist eignetlich der Vorteil gegenüber COM und DIN für Maus und Tastatur?
      Würde mir das jetzt so vorstellen:
      Microsoft: Das ist unser neuer Rechner, er heißt Model PS/2
      Kunde: Warum heißt der so?
      Microsoft: Weil er PS/2 Anschlüße für Maus und Keyboard hat
      Kunde: Und was ist daran so besonders?
      Microsoft: Die sind etwas kleiner.
      Kunde: Woaaa.. =O
    • streets schrieb:

      Kommt der Name PS/2 wirklich von den Anschlüßen für Tastatur und Maus?
      Ich würde sagen ja, also die Anschlüsse wurde nach dem IBM PS/2 Modell benannt.

      Wikipedia schreibt dazu: Zunächst war die PS/2-Schnittstelle nur an Computern der RS/6000- und PS/2-Reihe (daher der Name) von IBM zu finden und erlangte nur wenig Bedeutung. Nach dem Ende der Personal System/2-Reihe führte die Firma jedoch die IBM-PC-Reihe wieder fort und verwendete dort nun ebenfalls PS/2-Anschlüsse für die Eingabegeräte. Damit konnte sich der PS/2-Anschluss auch auf dem Markt der PC-Nachbauten etablieren und tauchte in den späten 1990er Jahren mit Einführung des ATX-Standards für Hauptplatinen vermehrt auf. Spätere Versionen des ATX-Standard definierten die Farbe der Anschlüsse. Sogar Hewlett-Packard verwendete ihn für den HP 9000, ebenso die Digital Equipment Corporation für einige Terminals.

      Ob die jetzt besser als COM-Port und DIN-Anschluss sind, sei mal dahingestellt.
      IBM hat oft versucht, neue Standards zu etablieren... mal mehr, mal weniger erfolgreich (siehe ESDI und MCA).
      Apogee means Action!®
    • eltrash schrieb:

      Ob die jetzt besser als COM-Port und DIN-Anschluss sind, sei mal dahingestellt.
      Sind sie. Sie sind kleiner, daher besser zu verbauen, mechanisch stabiler als der DIN-Stecker und bei der Maus spart man einen COM-Port. Zu Modem-Zeiten war das wichtig. Außerdem waren zu der Zeit, als IBM die PS/2-Stecker eingeführt hat, serielle Mäuse noch nicht üblich. Stattdessen hatte man Bus-Mäuse, die eine eigene Interface-Karte brauchten. Da war ein dedizierter Port direkt auf dem Mainboard schon eine sehr gute, vorausschauende Idee. Deswegen haben die PS/2-Ports im Gegensatz zu dem anderen Kram auch überlebt. ;)

      ps: sehr schöner PC! Von dem IBM PC-DOS 3.30 hab ich auch noch drei Exemplare hier liegen, zwei boxed, eins lose.
    • 6502 schrieb:

      @streets: Votsicht, nicht verwechseln. Die Anschlüsse sind nach diesem IBM (nicht ms ) benannt, nicht der Rechner nach den Anschlüssen
      Erstmal erstaunlich dass ich wirklich Microsoft geschrieben habe. Das ist wohl die Macht der Gewohntheit.

      Also Anschlüsse nach Rechner benannt. Nicht umgekehrt....
      Hm....gab es dann mal einen PS2 Rechner mit COM und DIN Anschlüssen und dann wurden erst die PS2 Anschlüße entwickelt?
      Kaum, oder?
      Oder wurden die Anschlüsse gleichzeitig mit dem ersten Rechner entwickelt ?
      Ich finde das sehr verwirrend und es schlimmer je mehr man drüber nachdenkt.
    • IBM hat den IBM PS/2 (bzw. die PC-Serie, war ja nicht nur einer) als Nachfolger des IBM PC entwickelt. Da man u.a. Klone wie beim IBM PC verhindern wollte, hat man alles proprietär gemacht. Darunter eben auch die Anschlüsse für Maus und Tastatur und auch die 72-Pin RAM-Module, die nach dem Namen der PC-Serie alle den Namen PS/2 bekamen, weil sie dort entstammen. Auch OS/2 verdankt dem PS/2 seinen Namen, es sollte das Standard-OS für den PS/2 werden.
    • Alte IBM Rechner sind einfach IT Porn. :flirtysmile
      "Was ist euer Begehr ?" - "Wir wollen... ein schönes Gebüsch!

      Soyo SY-019H - AMD 386DX40 + FPU - 8MB RAM - Speedstar 24X - CT1790 - 1GB CF - Dos 6.22
      4DPS Tomatoboard - Intel 486DX4 100 - 32MB RAM - Hercules Terminator 3D 4MB - CT2230 - 4GB CF - DOS 6.22/WfW3.11
      DFI K6BV3+ - Intel Pentium 200- 128MB RAM - Matrox Mystique & 3Dfx Voodoo 1 - SB AWE64 - 16GB CF - DOS 6.22/Windows 95C
      EpoX 8K3A+ - Athlon XP 2800+ - 1024MB RAM - Voodoo 5 5500 - SB Audigy 2 ZS - 80GB WD - Windows 2000
    • Danke schön... :)
      Apropos Zubehör, der @wolfig.sys hat mich dran erinnert, dass ich natürlich auch noch die passende Maus habe... völlig vergessen mit vorzustellen. :scared

      Und zwar gehört zu dem PC eine IBM PS/2 Mouse Model 6450350 (90X6778) mit dazu.







      Die Maus ist zwar nicht die Hübscheste, aber es kommt ja bekanntlich auf die inneren Werte an. ;)
      Und da braucht sie sich absolut nicht zu verstecken.

      Feinste Messinglager, dicke Stahlachsen, Microtaster und gekapselte Infrarot-Lichtschranken von ALPS. :thumbsup:
      In diesem Leben ist die Maus bestimmt nicht kaputt zu kriegen.







      Geplante Obsoleszenz war wohl Damals(TM) noch nicht das große Thema. :super
      Apogee means Action!®

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von eltrash ()

    • streets schrieb:

      Erstmal erstaunlich dass ich wirklich Microsoft geschrieben habe. Das ist wohl die Macht der Gewohntheit.

      Also Anschlüsse nach Rechner benannt. Nicht umgekehrt....
      Hm....gab es dann mal einen PS2 Rechner mit COM und DIN Anschlüssen und dann wurden erst die PS2 Anschlüße entwickelt?
      Kaum, oder?
      Oder wurden die Anschlüsse gleichzeitig mit dem ersten Rechner entwickelt ?
      Ich finde das sehr verwirrend und es schlimmer je mehr man drüber nachdenkt.
      Warum denkst du so um die ecke? Es ist doch ganz einfach:

      Die DIN Tastaturbuchse und der serielle Port, der zweckentfremdet wird um eine Maus anzuschließen, stammen vom ERSTEN IBM PC, Dem 5150 von 1981. Alle "kompatiblen" sind Klone von diesem - vom XT bis zum Pentium. Somit besitzen sie alle dessen Anschlußtypen, ungeachtet davon was IBM sich so neues augedacht hatte.

      Denn: Die IBM PS/2 Serie war eine Neuentwicklung ab 1987 und sollte den Nachfolger des IBM PC/AT darstellen.
      Sie ist lediglich Softwarekompatibel zum Ur-PC, Hardwareseitig ist fast alles anders.
      Die Nachfolge hat aber nicht so ganz geklappt wie wir alle wissen, weil die Klone den Markt erobert hatten und ein geschlossenes System
      für die preisbewusste Kundschaft eher unattraktiv war. In die Welt der Klone fanden trotzdem einige Dinge dieser Serie.
      wie eben die PS/2 Anschlüsse, wo es erstmals einen nur für die Maus vorgesehenen Anschluß gab, und auch die 72 Poligen PS/2 Speichermodule wurden erstmals in diesen Rechnern verwendet.

      @eltrash

      Du hast da ein wirklich schön erhaltenes Exemplar ergattert. Die Maschinen sind robust und halten bei guter Pflege wahrscheinlich ewig.
      Die Suche nach einer Soundkarte, so sie denn SB Kompatibel sein muss, kann aufregend und vor allem teuer werden.
      Manchmal findet man relativ günstig eine IBM M/ACPA-A Karte (meine kostete 40$ bei Ebay USA), aber sie ist nicht SB Kompatibel und somit allenfalls für Windows Spiele / Anwendungen interessant. Unter OS/2 zumindest existiert in deren Treibern eine rudimentäre SB Emulation, mit der man manchen Spielen einen Ton entlocken kann, so sie im OS/2 DOS-Fenster oder Gesamtbildschirm lauffähig sind.

      Alternative: Ein Covox Stecker an den LPT Port. Macht viel mehr spaß an diesem Rechner und viele Spiele unterstützen ihn.
      Windowstreiber scheint es auch zu geben. Sprich mal @matze79 an, er ist da Experte.
      Verrückter DOS-Liebhaber mit diversen PC-Generationen.
      Meine Lieblinge: IBM Rechner, 386er sowie 486er mit VLB :thumbup:

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Ranger85 ()

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      Hi, danke für eure Kommentare.

      Bzgl. der PS/2 Geschichte hab ich wieder einiges dazu gelernt.
      Ich hatte schon länger damit geliebäugelt, den IBM mit einem Co-Prozessor auszustatten.
      Ob das sinnvoll ist oder nicht sei mal dahin gestellt... nur ein gefüllter Sockel ist ein guter Sockel :P

      Spricht etwas gegen dieses Modell: ebay.de/itm/1PCS-Arithmetic-Pr…5-N80387SX25/273089900771
      3,56 EUR inkl. Versand sind jetzt nicht die Investion oder ist das für den Preis ein Dummy/Fake?



      Auf CPU-World ist er schon mal zu finden. cpu-world.com/sspec/SZ/SZ507.html
      Apogee means Action!®

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      Aha, interssant. Hast du evtl. einen Link zu dem Programm? Unter "floating point benchmarks" finde ich nur modernere Benchmarks.


      streets schrieb:

      Meinst du er könnte auch eventuell Schaden anrichten?
      Ich hoffe und denke nicht, schlimmstenfalls wird er keine Wirkung zeigen bzw. gar nicht erst erkannt werden.

      Das hier soll wohl die "Co-Pro Bibel" sein: retronn.de/docs/FPU/coproc.txt
      Muss ich mir mal zu Gemüte führen.
      Apogee means Action!®

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von eltrash ()