Pains ThinkPad Collection - Heute: IBM ThinkPad 755CE und 755CX

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    • Pains ThinkPad Collection - Heute: IBM ThinkPad 755CE und 755CX

      Heyho!

      Ich bin ja bei einigen von euch schon als ThinkPad-Onkel bekannt, ich möchte in einer eigenen kleinen Reihe immer wieder mal Geräte aus meiner Sammlung zum besten geben.

      Heute machen den Anfang zwei Schwestern der ThinkPad 755 Serie: Das 755CE und 755CX.



      Das 755CE lief im Dezember 1994, das 755CX im Juni 1995 bei IBM in Greenock, Schottland vom Band.

      Vom Gehäuse her unterscheiden sie sich kaum, dafür ein kleines etwas von der Hardware.

      Hier mal die Specs meiner Geräte:

      755CE:
      Intel486 DX4-100
      24 MB RAM (8 MB aufgelötet, 16 MB IC DRAM Karte)
      540 MB Festplatte
      Western Digital 90C24A2 mit 1 MB Video
      VGA TFT Bildschirm, 10,4" Diagonale, Mikrofon integriert
      2x PCMCIA
      2.88 MB Diskettenlaufwerk (wechselbar)
      NiMH-Akku (nicht mehr vorhanden)
      IBM MWave Audio DSP
      2x Infrarot

      755CX:
      Intel Pentium 75
      40 MB RAM (8 MB aufgelötet, 32 MB IC DRAM Karte)
      810 MB Festplatte
      Western Digital 90C24A2 mit 1 MB Video

      SVGA TFT Bildschirm, 10,4" Diagonale, Mikrofon integriert

      2x PCMCIA

      1.44 MB Diskettenlaufwerk (wechselbar)

      LiIon-Akku (funktioniert noch!)

      IBM MWave Audio DSP

      2x Infrarot



      Wie man erkennen kann, das Hauptaugenmerk liegt auf den verbauten Prozessor. Das 755CE kann man optional noch mit einem Pentium 75 upgraden, aber wer will sowas schon? :D

      Beide Schwestern betreibe ich aktuell mit Windows 95 inkl. den installierten IBM Tools, die eine erweiterte Konfiguration erlauben. Das "Easy Setup" genannte BIOS alleine ist etwas spartanisch.

      Ein Blick unter die Motorhaube Tastatur des 755CE:



      Das Hauptaugenmerk dürfte sicher der Arbeitsspeicher sein. 8 MB stecken verlötet auf dem Systemboard. Erweitert wird durch in der Bauform an PCMCIA erinnernde Steckkarten.
      Die 32 MB Karte wie ich sie im CX-Modell eingebaut habe ist heute kaum noch in dieser Größe aufzufinden, und wenn dann nicht gerade billig.
      Links von der DRAM-Karte ist die Pufferbatterie für einen Akkuwechsel untergebracht, diese versorgt den RAM beim Akkuwechsel mit Strom um den Inhalt nicht zu verlieren, reicht für wenige Minuten aus,
      sind heute aber alle ausnahmslos defekt. (Auslaufgefahr!) Über dem Systemakku befindet sich eine kleine Plastikkappe, dort ist eine eingeschweiste Knopfzelle für die CMOS-Stütze untergebracht, auch
      diese Zelle ist noch von Werk aus Original und hält bis heute alle Einstellungen und die Echtzeituhr. Das 755CE akzeptiert nur NiMH-Akkus, eine veränderte Aussparung verhindert das Einsetzen modernerer Typen.



      Das 755CX ist das erste ThinkPad das die LiIon-Technologie für mobile Energieversorung einführt. Dieses Gerät kam mit einem defekten Systemakku zu mir, allerdings habe ich eine Menge
      Geräte des Nachfolgers, dem ThinkPad 760 mit funktionierenden Akkus in meiner Sammlung vorhanden, diese passen ebenfalls in den CX.
      Alles in allem eine Respektable Leistung für 21-22 Jahre alte Lithium-Ionen Akkus, der beste macht bei mir noch über 2 Stunden Mobilbetrieb!



      Die Festplatte sitzt in einem proprietären Caddy. Im Falle eines defektes ist dieses mit ein wenig Geschick zu knacken, im inneren sitzt an einem Flachbandkabel (das sehr leicht beschädigt werdem kann!) eine normale 2,5" Festplatte. Verbaut kann bei beiden Modellen maximal eine 8.4 GB Festplatte.




      I/O technisch gibt es Standardkost, herausragend ist vor allem der IrDa-Anschluss (Front & Rückseite). Vorhanden ist neben Parallel- und Seriellem Port VGA, PS/2 und ein Docking-Anschluss (auf das Dock geh ich ein anderes Mal genauer ein) und 2x PCMCIA.
      Ebenso versteckt sich dort ein Reset-Knopf. Auf der Linken Seite findet sich unter einer Klappe ein Line-Out und ein Mikrofoneingang, ebenso Platz für den Optional erhältichen Modem-Anschluss.




      Nettes Detail: Die Lautstärke wird über ein Potenziometer über der Tastatur eingestellt. Der einzige Lautsprecher ist recht anständig im Klang, ohne jetzt sonderlich herausragend oder schlecht zu brillieren. Die Signalqualität am Kopfhörerausgang ist eher MWave-typisch mäßig.
      Das Netzteil ist mit dem für die ersten ThinkPads üblichen Trapezstecker ausgestattet. Aktuell ist die Versorgung mit Ersatzteilen noch okay, es wurde aber die letzten Jahre schon merklich weniger.

      Auf die Soundkarte möchte ich am Rande noch eingehen. Der MWave DSP Prozessor verfügt über eine klanglich schwache SB 1.5 Kompatibilität, die man unter DOS immer erst mit "MWAVE ON" aktivieren muss. Der Chip hat keine MIDI-Wavetable, MIDI-Samples werden mit 6 1.44 MB Disketten auf die Festplatte kopiert! Abseits davon sind beides schöne Maschinen. Besonders das VGA TFT des 486er CE-Modells ist noch sehr schön und Hell. Das 282 Seiten umfassende Handbuch geht auf das System, Konfigurationen und Fehlercodes sehr umfassend ein, da hat sich IBM noch nie lumpen lassen. Original kamen beide Geräte mit vorinstalliertem Windows 3.1 und IBM PC-DOS 6.3. Eine nachträgliche Installation auf Windows 95 wurde per BIOS-Updates und Dokumentationen voll unterstüzt.

      Wie fandet ihr diese Reihe und diesen Stil? Kritik und Lob und Verbesserungsvorschläge werden gerne entgegen genommen. Ich plane in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder Geräte aus meiner riesigen ThinkPad-Sammlung vorzustellen.

      Danke fürs lesen! :thumbsup:

      ~devnull
      Pains Thinkpad-Lieblinge im ThinkWiki

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